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Die 4 B’s

Unter das Motto „Die 4 B’s“ hatte Heimatforscher Werner Fußhöller seinen aktuellen Vortrag über vier bedeutende Familienunternehmen in Brohl gestellt.

Zu der Veranstaltung hatte der Brohler Kulturverein geladen und trotz Unwetterwarnung waren viele Brohler und ehemalige Mitarbeiter der behandelten Firmen erschienen.

Der Vorsitzenden des Kulturvereins Helmut Rosenbaum begrüßte die Gäste und freute sich, dass solche Veranstaltungen generell wieder möglich sind.

Werner Fußhöller hatte seinen Beitrag, wie von ihm gewohnt, gut und stimmig recherchiert und Tochter Petra setzte den Bericht wieder durch eine Beamershow in Szene.

Das 1. B war der Maschinenfabrik Bröhl gewidmet. Wer hätte die 133-jährige Firmengeschichte bis zur Insolvenz im Jahre 2018 besser darlegen können als der ehemalige Prokurist der Firma Bröhl. Die Produkte wie Pumpen, Hebeanlagen, Ankerwinden für Containerschiffe waren überwiegend für die Schifffahrt und Hochseeschifffahrt bestimmt und gingen in alle Welt wie es die in den Vortrag eingebauten Videos belegten. Auch die künstlichen Inseln vor Dubai wurden mit Pumpen aus Brohl aufgespült. In der Spitze betrug die Belegschaft über 140 Leute.

Weiter ging der Vortrag mit der Papierfabrik Boltersdorf, in Brohl nur B’dorf genannt. Fußhöller gab zunächst einen Rückblick auf den Ursprung des Werksgeländes und die verschiedenen Betreiber und Funktionen die sich auf diesem Gelände über Jahrhunderte betätigten. Die Ära Boltersdorf in Brohl, begann 1919, als Josef Boltersdorf aus dem Papierort Kreuzau/Rur kommend das Werk übernahm. Der Rückblick endete mit dem Jahr 1996 als die Produktion in Brohl zu Ende ging. Das Gelände war für die Expansionspläne der Firma zu eng geworden.

Heute ist das Unternehmen in Mayen ansässig und nur noch der Firmenname „Brohl Wellpappe“ weist auf die Herkunft des Unternehmens hin. Neben einem Videobeitrag über die moderne Herstellung von Wellpappe gab es noch das Imagevideo zu sehen, indem Max Boltersdorf, den heutigen Betrieb, und die ebenfalls weltweit vertriebenen Produkte vorstellte.       

B Nr. 3 steht für die Firma J.B. Michiels. Der Firmengründer Jean Baptist, ein weitgereister Mann, hatte sich einige Lizenzen erworben. 1888 kaufte er Schloß Brohleck und kürte es zu seinem ersten Firmensitz. Später siedelte sich das Unternehmen „In der Mark“ an, wo es Edelstahlbehälter und Tanks jeglicher Art und Größe für Öl, Sirup etc. produziert und ebenfalls weltweit vermarktet. Nach dem frühen Tod durch Nachfolger Ulrich Liebsch wird die Firma durch die Brohler Familie Hermann Fuchs und seine Töchter fortgeführt.

Die Gebrüder Büntgen stehen für das nächste B. Es handelt sich um eine alteingesessene Brohler Familie, die hier eine Maschinen- und Kesselfabrik gründete. Das Geschäftsmodell änderte sich über die Generationen. Als man eine Dreschmaschine erfand, stieg man neben der Produktion auch in die Lohn-Drescherei ein, mit der man bis in die Kölner Bucht und die Eifel tätig war. In letzter Generation wurde noch eine Kohlenhandlung betrieben.

Allen Firmen gemeinsam war und ist auch eine mitprägende Bedeutung der Familien für den Ort. Natürlich als Brötchengeber für die eigenen Mitarbeiter aber auch für die Nebenzweige die sich um die Unternehmen herum ansiedelten. So gab es beispielsweise den Beruf des Lumpensammlers als Rohstofflieferant für die Papierindustrie, die Fuhrunternehmen die für das Transportwesen notwendig waren, die wiederum Handwerker wie Schmieden etc. benötigten.

Neben der Verantwortung für die Mitarbeiter spielten die Familien auch eine große Rolle im öffentlichen Leben. So stellten sie einige Bürgermeister und übernahmen wichtige Positionen im Gemeindewesen und Institutionen.

Der Vortrag endetet mit einem Rückblick auf weitere Brohler Unternehmen, die sich vorwiegend „In der Mark“ und an der Koblenzer Str. angesiedelt hatten. 

Werner Fußhöller und Tochter Petra wurden mit viel Applaus durch die Anwesenden und ein Präsent durch den Vorsitzenden verabschiedet. Nicht ohne Hinweis auf die noch prall gefüllte Pipeline von Werner Fußhöller, auf dessen Vorträge wir auch in Zukunft bauen können.  

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