Genau genommen waren es die 2. und 3. Schulklasse, die mit den Lehrerinnen Frau Massion, Frau Mohr und der Integrationshelferin Frau Weber auf Tour gingen.
Neben dem Brohler Kulturverein hatten sich wieder viele in den Dienst der guten Sache gestellt.
So traf man sich um 8:30 bei „Kaiserwetter“ an der Bahnstation des Vulkan-Express. Die Vereine hatten extra eine Sonderfahrt organisiert.Zunächst mussten die Kinder mit Fahrkarten ausgestattet werden. Schaffner Thelen machte es sichtlich Spaß, den Reisenden die historischen Karten auf Karton zu stempeln und auszuhändigen. Ein schönes Souvenir für die Schülerinnen und Schüler, die am Schalter Schlange standen.
Anders als bei der Bundesbahn störte es hier auch nicht, wenn die romantische Fahrt mit fünf Minuten Verspätung startete. Während der Fahrt gab es interessante Informationen durch den Schaffner und die Kinder durften auch alle einmal vorne im Wind stehen, da sich die Lok am Zugende befand.
Der erste Halt des Vulkanexpress sollte aber auch schon die Endstation sein. An der Bedarfshaltestelle gegenüber der Schweppenburg stieg man aus. Hier trennten sich auch die Schulklassen.
Die 2. Klasse, die aus Kindern beider Ortsteile von Brohl-Lützing besteht, hatten sich zur Aufgabe gesetzt, jeweils das zu Hause der Mitschüler aus dem anderen Ortsteil kennen zu lernen. Heute stand der Besuch der Lützinger Kinder an, der auf der Schweppenburg begann. Dann ging es weiter, den anspruchsvollen aber schattigen Anstieg ins Oberdorf nach Lützingen hinauf. Der Rückweg führte die Gruppe über ein Teilstück des neuen „Himmelsleiterweges“ wieder nach Brohl.
Die größeren der 3. Klasse wurden von Rainer Mosen auf der Mosenmühle empfangen.
Die letzte verbliebene Vollerwerbsmühle im Kreis Ahrweiler, die Produkte aus der Region für die Region in bester Qualität herstellt. Gespannt hörten die Schülerinnen und Schüler den Ausführungen des Müllers zu, schließlich stand der Ausflug ja im Zeichen des schulischen Zieles, den Ernährungsführerschein zu erwerben.
Routiniert vermittelte Rainer Mosen das Wissen über die 5000 Jahre alte Getreidekultur und deren historische und heutige Verarbeitung. Geschickt wurden die Kinder durch seine Fragestellungen eingebunden.
Nach der Theorie ging es zur Mühlenbesichtigung, die mit dem Wasserzulauf des Brohlbaches über den Mühlengraben begann. Das abgezweigte Wasser des Brohlbaches betreibt seit Jahrhunderten das riesige oberschlächtige Wasserrad von 7 mtr. Höhe und 1,60 mtr. Breite und ist damit der Motor der Mühle.
Auch im Mühleninneren war es interessant, es klapperte tatsächlich in allen Ecken der Mühle und es wurden zahlreiche große und kleine Räder über Zahnriemen angetrieben. Über vier Stockwerke ging die Besichtigung. Neben der Erläuterung der Anlage wurden auch die einzelnen Stationen ausprobiert, so wurden Mehlproben entnommen und Vergleiche über die Mehltypen angestellt. Am Ende der Produktionskette der Mühle stand das Abwiegen und Abfüllen in die Mehlsäcke.
Nachdem man dem Mühlengeist noch auf die Spur gekommen war, gab es im Mühlenhof zunächst eine Pause.
Der Brohler Mineral- und Heilbrunnen hatte Getränke zur Verfügung gestellt und für jedes Kind eine Butterbrotdose gesponsert. Diese waren durch den Kulturverein mit Inhalt aufgepeppt worden.
Dann wurde es wieder spannend, im nächsten Schritt etwas über die Verwendung des Produktes Getreide bzw. Mehl zu erfahren. Hierzu hatte sich Bäckermeister Mausbach sen. aus dem Lützinger Ortsteil eingefunden, der den Kindern gerne sein Wissen über die Backwaren vermittelte. Mit Bernhard-Josef Mausbach stand ein erfahrener Botschafter seines Gewerbes Rede und Antwort, der als Entwicklungshelfer in einigen Ländern von Südamerika und im nördlichen Afrika unterwegs war.
Er sprach über die gesundheitlichen Aspekte im Brot, das uns alle benötigten Nährstoffe zur Verfügung stellt. Gute Bakterien und Enzyme sorgen für eine gesunde Ernährung.
Aber was ist gutes Brot und wie schmeckt man es?
Um das heraus zu finden hatte der Referent reichlich Brot aus der Bäckerei Mausbach mitgebracht.
Es wurden die verschiedenen Brotsorten verköstigt. Zuvor musste aber das richtige Probieren erklärt werden. Dabei empfindet die Zungenspitze süß, die seitliche Zunge sauer und im hinteren Bereich schmeckt man Salz. Nach diesen Erklärungen schilderten die Kinder ihre Eindrücke bei der Brotprobe.
Natürlich waren die Geschmäcker und Wahrnehmungen unterschiedlich, aber nachher hatte jedes Kind begriffen, das dunkleres und groberes Brot mehr Mineralien enthält als helles und feines.
Um einiges schlauer gingen Kinder und Begleiter wieder zurück zur Haltestelle des Vulkan Express. Der Sonderzug hatte hier auf die Teilnehmer gewartet, die nicht nur vom Wetter her einen schönen Schultag hatten. Wieder ein Schritt der Schüler- und Schülerinnen zum Ernährungsführerschein.
Der Brohler Kulturverein setzt hiermit die Tradition fort, regelmäßig mit Kindergruppen und Schulklassen Aktionen zu planen und umzusetzen. Der Dank gilt ausdrücklich allen Beteiligten, die das ermöglichen. Diesmal Vulkan Express, Brohler Mineral- und Heilbrunnen, Mosenmühle und Bäckerei Mausbach.